Voicing Borders

Nomination

An der Ostgrenze Europas erstreckt sich über Georgien ein Stacheldrahtzaun und markiert die von der russischen Invasion 2008 besetzten Gebiete. Willkürlich durch das Land gezogen, ist die Linie zur Ursache ständiger Menschenrechtsverletzungen geworden. Mit dem Versuch, die Spuren der lokalen Gemeinschaften zu verwischen, wurden hinter dem Zaun ganze Dörfer niedergebrannt, abgerissen und die Überreste vollständig aus dem Gebiet entfernt, und leere Felder blieben zurück.
Die Installation Voicing Borders befasst sich mit dieser Situation. Die BetrachterInnen können sich mit den projizierten Satellitenbildern interaktiv auseinandersetzen und, indem sie ihren eigenen Schatten gegen das projizierte Bild setzen, verborgene Informationen enthüllen. Aus scheinbar leeren Landschaften auftauchend, offenbaren sich den BetrachterInnen die Strukturen und Orte der zerstörten Dörfer.
Der zweite Teil des Projekts zielt auf die eigentliche Waffe der Besatzung – den Stacheldrahtzaun. Ein speziell entwickelter Funksender verbindet sich mit dem Zaun und verwandelt ihn in eine Antenne. Über ihn sendet er eine einfache Nachricht im Morsekode und überträgt die Namen der verschwundenen Dörfer und ihre geographischen Koordinaten, wodurch der Zaun zwangsläufig zum Ausdruck bringt, was er zu verbergen hat.

Irakli Sabekia (GE) ist ein georgischer Designer und Forscher mit Sitz in den Niederlanden. Er hat die Design Academy Eindhoven absolviert und verfügt über einen Hintergrund in Naturwissenschaften und der visuellen Kommunikation. Seine Arbeit, häufig in Form von Installationen, erforscht die Fähigkeit durch Erfahrung Erkenntnisse zu generieren. Er nutzt sie als Werkzeug, um mit den BetrachterInnen in einen Dialog zu treten und eine sinnvolle Begegnung zu schaffen, die nicht nur neues Wissen, sondern auch das Verständnis der von ihm behandelten Themen ermöglicht. Mit Hilfe von Material, Technologie und audiovisuellen Medien schafft er Welten, die sowohl die Sinne, als auch den Verstand ansprechen.