Voice of Nature

Thijs Biersteker

Nomination

Mit den Echtzeitdaten, die von einem lebenden Baum stammen, will Voice of Nature eine neue Beziehung zur uns umgebenden Natur herstellen und über die Dringlichkeit des Klimawandels sprechen.

Mittels 1600 von Umgebungssensoren erzeugten Echtzeit-Datenpunkte, wurde eine Datenvisualisierung erstellt. Diese zeigte, wie der Baum sich bei Umweltveränderungen um ihn herum „fühlte“.

Bäume sind die Archivare der Natur, sie dokumentieren ihr Leben durch Jahresringe, die hinter ihrer Rinde versteckt sind. Sie zeigen Umweltveränderungen und Krankheiten, Waldbrände, Dürren und Verschmutzungen während der gesamten Lebenszeit des Baumes. Die mit den Wurzeln, Blättern und Zweigen verbundenen Sensoren überwachen Umgebungsbedingungen wie CO2-Gehalt, Temperatur, Feuchtigkeit und Lichtwert, die einem Algorithmus zugeführt werden, der sekündlich statt jährlich digitale Ringe erzeugt. Kann ihre natürliche Fähigkeit zur Klimabeobachtung genutzt werden, um uns NormalbürgerInnen die Dringlichkeit des Klimawandels zu vermitteln?

In Zusammenarbeit mit der Technische Universität Delft verknüpft das Kunstwerk biogenerierte Daten zu einer visuellen Sprache. Auf einem riesigen Nimbus hinter dem Baum dargestellt, konfrontieren die Ringe den Menschen mit der Gesundheit des Baumes. Sie geben der Natur eine Stimme, die von der Menschheit gehört werden kann. Durch das Berühren des Baumes beruhigte sich das Kunstwerk oder sein Energieniveau wuchs und hinterließ die BetrachterInnen mit einer ermächtigenden Botschaft unmittelbarer Veränderung.

Credits

Künstler: Thijs Biersteker
Produktion: Woven Studio
Produzentin: Sophie de Krom
Koproduktion: Here Your Art (CN)
Partner: TU Delft
Ermöglicht von: Xing Guang Hua City Construction (CN), Lumen Art Projects Ltd (UK)
Bewegungsdesign: Jurrisches Hos
Kreative Programmierung: Mickey van Olst
Elektronik: Bas van Oerle
Klanglandschaft: End of Time

Thijs Biersteker kreiert interaktive Bewusstseins-Installationen zu den aktuell dringlichsten ökologischen und sozialen Themen. Er kombiniert wissenschaftliche Forschung mit neuen Technologien, um eine ermächtigende Erfahrung zu schaffen, die sowohl intellektuell als auch technologisch zugänglich ist. Seine preisgekrönten, immersiven Kunstinstallationen, die oft als Öko- oder Bewusstseinskunst bezeichnet werden, machen die Auswirkungen des Zeitalters des Anthropozäns durch eine fließende Mischung aus Daten, kinetischer Bewegung, digitalen Visualisierungen, analogen Elementen sowie der virtuellen und realen Welt greifbar.