unfold

unfoldCredit: Brian Slater

Anerkennung

Ryoichi Kurokawa (JP)

Inspiriert von den jüngsten Entdeckungen auf dem Gebiet der Astrophysik, versucht die immersive Sinnesinstallation unfold, Phänomene rund um die Entstehung und Evolution von Sternen und Galaxien in Klänge, Bilder und Vibrationen zu übertragen.

Ryoichi Kurokawa beschäftigt sich in unfold mit Synesthetik, indem er auditives und visuelles Material in ein von jüngsten Erkenntnissen inspiriertes Kunst- und Wissenschaftsprojekt zusammenfügt. Die Erkenntnisse stammen von AstrophysikerInnen bei CEA-IRFU und basieren auf Daten, die von Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation und NASA, insbesondere vom Herschel-Weltraumteleskop, übermittelt wurden. Die vom Teleskop aufgezeichnete ferne Infrarotstrahlung gibt Auskunft über die Bedingungen bei der Geburt von Sternen und die Entwicklung von Galaxien über einen Zeitraum von zehn Milliarden Jahren. Zusätzlich zu diesen Daten, die es uns erlauben, die kosmologische Geschichte der Entstehung von Sternen nachzuverfolgen – insbesondere die fadenförmige Struktur von Molekülwolken an den Geburtsstätten von Sternen – gründete der Künstler seine Vorgehensweise auf numerische Simulationen, die von AstrophysikerInnen des CEA-IRFU mithilfe von Supercomputern erstellt wurden, um das Universum und seine Strukturen nachzuahmen.

Photo credit: Brian Slater

Dieses von CEA-IRFU-Astrophysiker Vincent Minier begleitete Projekt macht es möglich, für die Hinterfragung der Darstellung und Veröffentlichung gesammelter Daten über die Bereiche Forschung und wissenschaftliche Erkenntnis hinauszugehen. In diesem Zusammenhang hält Minier fest, dass, „obwohl die Repräsentation von kosmologischen Beobachtungen und ihre Verbreitung in der Öffentlichkeit im Allgemeinen anhand wunderschön eingefärbter Bilder geschieht“, ihre Farben in keiner Weise mit der tatsächlichen Farbe des beobachteten Objekts zu tun haben, sondern eher darauf abzielen, „eine Lichtintensität, eine Dichte, eine Temperatur oder eine chemische Zusammensetzung“ darzustellen. Er hebt hervor, dass Kurokawas Arbeit „die üblichen Codes von Nebeln am atmosphärischen Rand“ hinterfragt, um neue Visualisierungsformen herbeizusinnen, „was es ermöglicht, ein Ergebnismuster, eine wissenschaftliche Interpretation, herzustellen und der Technologie hinter diesen Ergebnissen Ausdruck zu verleihen“, um so gezielter „mit mathematischer Schönheit“ und „dem Eintauchen in die Bedeutung dieser Daten“ zu spielen.

Ryoichi Kurokawa (JP)

Der 1978 geborene japanische Künstler Ryoichi Kurokawa (JP) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten nehmen unterschiedliche Formen an, wie etwa Installationen, Aufzeichnungen und Konzertstücke. Er komponiert Zeitskulpturen mit Feldaufnahmen und digital generierten Strukturen und rekonstruiert architektonisch-audiovisuelle Phänomene. Seine jüngsten Arbeiten wurden bei Festivals und in Museen in aller Welt gezeigt, unter anderem in der Tate Modern (UK), bei der Biennale in Venedig (IT), der transmediale (DE) und der Sónar (ES). 2010 wurde er beim Prix Ars Electronica mit der Golden Nica in der Kategorie Digital Music & Sound Art ausgezeichnet.

Credits

Im Auftag von FACT (Foundation for Art and Creative Technology), Stereolux und Salford University, mit der Unterstützung von CEA-IRFU – Paris Saclay (Behörde für Atomenergie und alternative Energien / Institut de recherche sur les lois fondamentales de l’Univers), Arcadi und DICRéAM (Dispositif pour la Création Artistique Multimédia et Numérique).

Konzept, Leitung, Komposition, Programmierung, Design: Ryoichi Kurokawa
Produzent: Nicolas Wierinck
Programmierung: Hiroshi Matoba
Wissenschaftlicher Berater: Vincent Minier, Astrophysiker bei CEA-IRFU, Paris Saclay
Wissenschaftliche Datensets: CEA (Herschel HOBYS, COAST, Frédéric Bournaud, Sacha Brun, Pascal Tremblin, Patrick Hennebelle, Rémi Hosseini-Kazeroni), ESA, NASA, BLAST Experiment, SuperCOSMOS H-alpha Survey

Produziert von Studio Ryoichi Kurokawa

Mit freundlicher Genehmigung von White Circle