Artifical Skins and Bones

Artificial Skins and Bones

Grand Prize – Innovative Collaboration: Für innovative Zusammenarbeit zwischen Industrie oder Technologie und den Künsten (sowie dem Kultur- und Kreativbereich im Allgemeinen), die neue Wege der Innovation eröffnen.

Artificial Skins and Bones Group (DE)

Die Muster, Strukturen und Funktionen der Natur sind eine nie versiegende Quelle der Inspiration. Wir begannen mit unserem Projekt Artificial Skins and Bones, indem wir das Design unseres eigenen Körpers betrachteten und die Elemente untersuchten, die wir im Designprozess künstlicher Körper anwenden könnten. Die Idee zu diesem Thema wurde in Zusammenarbeit mit Ottobock, dem Weltmarktführer für Prothesen, entwickelt. Durch Workshops mit TechnikerInnen und PhysiotherapeutInnen von Ottobock, Interviews mit amputierten Menschen sowie einem Besuch der Forschungs- und Produktionszentrale in Duderstadt setzten wir auch folgende Themen auf unsere Agenda: die Sprache der Sinneswahrnehmung, die Interaktion mit künstlichen Körperteilen und die Ästhetik künstlicher Körperteile im Verhältnis zur Ästhetik natürlicher Körper.

Visualisierte Kraft

von Lisa Stohn und Jhu-Ting Yang bietet eine flexible, kreaturenhafte Textiloberfläche, die, ähnlich wie ein Oktopus, durch Muskelreize in verschiedene Farben und Muster verändert.

Trans.fur

von Karina Wirth und Natalie Peter. In diesem Projekt wurden intelligente Textilien entwickelt, die durch Anpassung ihrer Oberflächenstruktur in der Lage sind, den Grad der Feuchtigkeitsdurchlässigkeit zu verändern. Vorbild für dieses Projekt war das vielseitigste Organ des menschlichen Körpers: die Haut.

Technologie, Temperatur und Textilien

von Stephanie Nattrass. Das e-Textilien-Forschungsprojekt bettet Sensorik und Ingangsetzung in textile Oberflächenkonstruktionen ein.

Naturanslations

von Babette Wiezorek erforscht durch die Anwendung algorithmischer Gestaltungsmethoden und 3D-Druck von Mikrostrukturen den Charakter und das Potenzial organisch inspirierter 3D-Rasterstrukturen.

Audio Gait

von Agnes Rosengren und Bernardo Aviles-Busch unterstützt mittels der Vertonung von Bewegungen unser Verständnis von Körperbalance während des aufrechten Gangs. Das tragbare System ist ein einfacher Lernbehelf für das Training mit Schienbeinprothesen, der Gehbewegungen in auditives Feedback übersetzt.

Active

von Hans Illiger untersucht den Rehabilitationsprozess von Menschen, denen untere Gliedmaßen amputiert wurden, und ist sowohl ein Service-Design-Konzept als auch eine Hardwarelösung für das Sammeln von Bewegungsdaten.

Shortcut

von David Kaltenbach, Maximilian Mahal und Lucas Rex ist ein anpassbares Human Interface Device (HID) für Menschen, denen obere Gliedmaßen amputiert wurden. Das Armband nimmt sensorische Muskelimpulse in der Phantomhand wahr und übersetzt sie in berührungslose und intuitive Programmsteuerung.

Tactile Sensation

von Nina Rossow untersucht zwei Möglichkeiten des Informationsdisplays mittels taktilen Feedback: Sens_mat ermöglicht passives taktiles Erkennen von Materialien, wenn ein direktes Berühren nicht möglich ist. Sens_dia vereinfacht die Beschreibung im Bereich der Schmerzdiagnostik durch nonverbale und körperspezifische Kommunikation.

The Aesthetics of the Uncanny

Eine der hitzigsten Diskussionen während der Ideenfindungsphase fand zum Konzept des Uncanny Valley bzw. der Akzeptanzlücke statt. The Aesthetics of the Uncanny von Carmina Blank und Sandra Stark erforscht das fragile Gleichgewicht von bekannten Standards im Prothesendesign und dem Unheimlichen. Das Team untersuchte, wie dieses Phänomen des Uncanny Valley durch gezielte Materialgestaltung verstanden, kontrolliert und im Designprozess bewusst berücksichtigt werden kann.

Interview

Lesen Sie außerdem ein Interview zu „Artificial Skins and Bones“ auf unserem Ars Electronica Blog.

Artificial Skins and Bones Group

Die Artificial Skins and Bones Group (DE) ist eine interdisziplinäre Gruppe junger DesignerInnen der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Ihre Expertise reicht von Textil-, Oberflächen- und Produktdesign über Mode bis hin zu visueller Kommunikation. Im Projekt Artificial Skins and Bones hatte die Gruppe freie Hand in der Erforschung der Gestaltung von und der Interaktion mit künstlichen Körpern und Körperteilen. Die präsentierten Projekte zeugen von der großen Bandbreite an möglichen Ausgangspunkten, Entwicklungsmethoden von Prototypen und Anwendungsszenarien. Wir hoffen, dass das Ergebnis einen wertvollen Beitrag zur zukünftigen Erforschung künstlicher Körper und Prothesendesigns leistet.

Credits

Artificial Skins and Bones Group:
KursleiterInnen: Prof. Wolf Jeschonnek, Prof. Mika Satomi
Teilnehmende StudentInnen: Bernardo Aviles-Busch, Carmina Blank, Hans Illiger, David Kaltenbach, Maximilian Mahal, Stephanie Nattrass, Natalie Peter, Lucas Rex, Agnes Rosengren, Nina Rossow, Sandra Stark, Lisa Stohn, Babette Wiezorek, Karina Wirth, Jhuting Yang

Hauptprojektpartner:
Kunsthochschule Berlin Weißensee, Fab Lab Berlin, Ottobock Healthcare GmbH, Makea Industries GmbH