Mitigation of Shock

Superflux

Nomination

Der Klimawandel wird das Leben der in Europa lebenden Menschen auf unvorstellbare Weise verändern. Erwartungen zufolge wird die Region in den nächsten Jahrzehnten große Probleme mit Ernährungsunsicherheit, extremen Wetterbedingungen und Ressourcenverknappung haben.

Mitigation of Shock (MOS) ist ein Experiment, das die zukünftigen Folgen des Klimawandels in immersiver, viszeraler Form darstellt. Superflux wollte Menschen spüren lassen, wie sich das Leben mit klimabedingter Ressourcenknappheit anfühlen könnte, und wie mögliche Anpassungen zur Entschärfung der schlimmsten Auswirkungen aussehen könnten.
Das Team entwarf und baute eine Wohnung der nahen Zukunft mit einem DIY Food-Computersystem, das aus den Trümmern einer technologischen Utopie improvisiert wurde, die nie ganz eintraf. Experimentelle Stacks für die Nahrungsmittelproduktion belegen Bereiche im Haus, die einst zur Entspannung bestimmt waren. Gerettete Konsumgüter wie IKEA-Regale, dekorative Nebelmacher und Computerventilatoren wurden mit programmierbaren Mikrocontrollern, Sanitärprodukten und LED-Lampen ressourcenschonend zusammengehackt. Pflanzen wachsen in nährstoffdichtem Nebel ohne Erde, Sonnenlicht oder Wasser. Behälter mit lebenden Mehlwürmern winden sich neben Behältern mit Speisepilzen, die auf Baumstämmen aus recyceltem Karton Früchte tragen. Fuchshäute, Schlingen und handgezeichnete Karten markieren die Standorte essbarer Pflanzen und deuten auf städtische Nahrungssuche hin. Hinweise aus der Außenwelt dringen in den Raum ein: ein Radio, das die stündlichen Nachrichten wiedergibt, Zeitungen auf dem Couchtisch aus dem Jahr 2050 und ein Blick aus dem Fenster auf das zukünftige Stadtbild.

Credits

Leitende Künstler und Künstlerin: Jon Ardern (UK), Anab Jain (UK / Indien)
Projektteam: Maël Hénaff, Mikhala Clementine, Jon Flint, Alix McCabe, Vytautas Jankauskas, Jake Charles Rees, Danielle Knight, Matt Edgson, Nicola Ferráo

Superflux denkt und baut Zukunftswelten, die man im Jetzt erleben kann. Durch die Schaffung neuer Seh-, Seins- und Handlungsweisen fordert uns das Studio auf, unsere Entscheidungen heute kritisch zu hinterfragen. Das anglo-indische Studio wurde 2009 von Anab Jain und Jon Ardern gegründet und beschäftigt sich mit der Gestaltung und Produktion von viszeralen Erfahrungen, taktilen Toolkits und strategischen Interventionen, um das Verständnis für die Gegenwart zu formen und zum Nachdenken über Zukunftsmöglichkeiten anzuregen.