Anerkennungen 2017

Anerkennungen 2017

Treelab
Marcus Maeder, Roman Zweifel

Ziel unseres künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts trees: Ökophysiologishce Prozesse hörbar machen war es, Klänge, die in Bäumen durch ökophysiologischer Prozesse entstehen, aufzunehmen und zu verstärken und auf diese Weise für Menschen nicht wahrnehmbare Prozesse in Pflanzen erkennbar zu machen und zu erforschen. Die Schallemissionen eines Baumes in den Schweizer Alpen wurden mit speziellen akustischen Sensoren aufgezeichnet und alle anderen nicht hörbaren ökophysiologischen Messdaten sonifiziert, d.h. in Klänge und Musik übersetzt. Die Aufnahmen und die sonifizierten Messdaten wurden unter dem Titel „Treelab“ in unterschiedlichen Medienkunstinstallationen eingesetzt, die gleichzeitig als Forschungsumfeld dienen, um die zeitlichen und räumlichen Verbindungen zwischen Pflanzenklängen, physiologischen Prozessen und Umweltbedingungen in einem künstlerisch-wissenschaftlichen Beobachtungssystem zu untersuchen.

Sentient Veil
Philip Beesley

Sentient Veil ist ein an einen Baldachin erinnerndes skulpturales Gebilde aus Stoff in den historischen Galerieräume des lsabella Stewart Gardner Museum. In diese Skulptur sind zahlreiche Miniatur-Klangprozessoren verwoben, die mit Hunderten digital gesteuerten Leuchten verbunden sind. Durch die komplexen Miniaturbauteile und die Schichten schwebend auseinanderstrebender Materialien schafft die Skulptur, die etwa die Größe des menschlichen Körpers hat, eine Atmosphäre subtiler Intimität. Sentient Veil wurde aus digital gefertigten „Cellular Textiles“, Textilien, die aus ineinandergreifenden Zellen bestehen und von der Decke der Galerie schweben, hergestellt. Die Arbeit besteht aus detailliert ausgearbeiteten, miteinander verbunden Basiskomponenten, in die verteilte computergestützte Steuerelemente mit weichem LED-Licht und interaktiven Klangfunktionen integriert sind.

Research Institute for Arts and Technology
Research Institute for Arts and Technology

Im 21. Jahrhundert werden Werke mit verteilter Autorschaft und verteilten Identitäten produziert – die Künstler präsentieren ihre Arbeitsprozesse „kodiert“ in den zerstreuten Strukturen globaler Netzwerke. Das zeitgenössische künstlerische Schaffen wird in kollektiver Praxis entwickelt, Forschungsprozesse sind Ergebnisse eines zwischen Menschen, Maschinen und Programmen verteilten Agens. Es können lediglich „Spuren“ hinterlassen werden, geht es doch nicht mehr darum, „Endprodukte“ zu liefern, sondern „prozessuale Artefakte“. RIAT - The Research Institute for Arts and Technology - begrüßt und bejaht die flüchtige Natur einer realen Welt, die nur aus kollektiv entwickelten und umgesetzten Visionen erstrebenswerter Zukunftsszenarien besteht.

Out of Exile
Nonny de la Peña, Emblematic Group

Als Daniel Ashley Pierce von seiner Familie in einer Art „religiösen Intervention“ mit seiner sexuellen Orientierung konfrontiert wird, gewinnt die Filmszene an Dramatik und eskaliert. Out of Exile, eine eindringliche Parabel über die Anfeindungen, denen so viele Mitglieder der LGBTQ-Community ausgesetzt sind, kombiniert Original-Audioaufnahmen mit Virtual-Reality-Technologie, um die Zuseher in die Geschichte hineinzuziehen.

nonvisual-art
Lisa Buttinger

nonvisual-art ist ein Bild, das visuell gar nicht zu existieren scheint, bei genauer Betrachtung jedoch eine Zauberwelt darstellt: eine verborgene Welt, die erst durch Licht *ans Licht* kommt. Das Bild entsteht durch die Brechung des Lichts in der Oberfläche von Elementen aus Zellophanfolie und in in einem Kleber eingeschlossenen Luftbläschen. Die Positionierung dieser Elemente auf einem LED-Panel scheint zufällig zu erfolgen, ist aber genau berechnet und führt zu einem überraschenden Seherlebnis.

Mimus: Coming face-to-face with our companion species
Madeline Gannon

Mimus ist ein gigantischer Industrieroboter, der große Neugierde an seiner Umgebung und der Welt und hat. Im Unterschied zu herkömmlichen Industrierobotern, die vorprogrammierte Bewegungen ausführen, verfügt *Mimus* über die Autonomie, frei umherzustreifen. *An der Decke installierte Sensoren fungieren als Augen, die jede Bewegung der Betrachter in seinem Umfeld erfassen. Erweckt jemand das Interesse von *Mimus*, nähert er sich der Person, um sie genauer in Augenschein zu nehmen und ihr zu folgen. Geduld ist nicht gerade seine Stärke – bleibt die Person zu lange stehen, langweilt er sich und sieht sich nach jemand anderem um.

Library of Ourselves
BeAnotherLab

Library of Ourselves ist ein interdisziplinäres und standortübergreifendes Projekt zur Ermöglichung konstruktiver Begegnungen zwischen Konfliktparteien. Es basiert auf The Machine To Be Another (TMBA), einem besonders anpassungsfähigen Creative-Commons-System, das Kognitionswissenschaft und Virtual-Reality-Techniken verbindet, um von Empathie getragene Erfahrungen zu ermöglichen.

[IGNIS AER AQUA TERRA]
Yuima Nakazato

Dieses Projekt basiert auf einer langfristigen Zukunftsvision von Yuima Nakazato: „Jedem Individuum sein eigenes Design“. Wenn Kleidung hergestellt werden kann, ohne genäht werden zu müssen, werden sich die Prinzipien des Entwerfens, der Herstellung und des Vertriebs von Kleidung von Grund auf verändern. Das Design wird auf bestimmte Personen abgestimmt werden können. Jedes einzelne Modell dieser Kollektion wurde ohne Nadel und Faden hergestellt, einfach aus tausenden Komponenten, die Units genannt werden, gebildet. Die abgebildeten Muster zeigen die Units, aus denen jedes Modell besteht.

Blink: Humanising Autonomy
Adam Bernstein, Raunaq Bose, Leslie Nooteboom, Maya Pindeus

Autonome Fahrzeuge eröffnen die Möglichkeit, die Beziehungen zwischen Fußgängern und Fahrzeugen in der Stadt der Zukunft neu zu definieren. Eigentlich sollte die Infrastruktur dazu dienen, das Kräfteverhältnis zwischen Fußgängern und Fahrzeugen auszutarieren, derzeit ist sie aber in erster Linie an den Bedürfnissen des Fahrzeugs ausgerichtet. Autonome Fahrzeuge verfügen nicht nur über das Potenzial, die Zahl der Unfälle und Todesopfer im urbanen Straßenverkehr zu reduzieren, ihre Entwicklung ermöglicht auch, das Machtgefälle zwischen Fußgängern und Autos neu zu interpretieren und Fußgängern in der Kommunikation auf der Straße die gleiche Wertigkeit zu verleihen wie Fahrzeugen.

3arabizi Keyboard
Hadeer Omar

3arabizi ist eine arabische Chat-Sprache, die für das Texten oder Schreiben in arabischer Sprache verwendet wird. Die Nutzer sprechen nicht, sie verwenden einfach ihre Hände und Finger, um damit auf unterschiedlichen Plattformen zu kommunizieren.