Blink: Humanising Autonomy

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Honorary Mention

Adam Bernstein, Raunaq Bose, Leslie Nooteboom, Maya Pindeus

Autonome Fahrzeuge eröffnen die Möglichkeit, die Beziehungen zwischen FußgängerInnen und Fahrzeugen in der Stadt der Zukunft neu zu definieren. Eigentlich sollte die Infrastruktur dazu dienen, das Kräfteverhältnis zwischen FußgängerInnen und Fahrzeugen auszutarieren, derzeit ist sie aber in erster Linie an den Bedürfnissen des Fahrzeugs ausgerichtet. Autonome Fahrzeuge verfügen nicht nur über das Potenzial, die Zahl der Unfälle und Todesopfer im urbanen Straßenverkehr zu reduzieren, ihre Entwicklung ermöglicht auch, das Machtgefälle zwischen FußgängerInnen und Autos neu zu interpretieren und FußgängerInnen in der Kommunikation auf der Straße die gleiche Wertigkeit zu verleihen wie Fahrzeugen.

Blink ist ein bidirektionales Kommunikationsgerät, das dieser Interaktion mit fahrerlosen Autos durch eine neue Sprache einen menschlichen Zug verleiht, indem es die Intention des Fahrzeugs kommuniziert und den Einfluss der FußgängerInnen auf dessen Entscheidungen erhöht.

Ist die Absicht der FußgängerInnen unklar, gibt Blink Lichtsignale und einen Signalton von sich, um den/die FußgängerIn zu fragen, was er/sie vorhat. Der/die FußgängerIn kann dem Fahrzeug dann mit einem Handzeichen seine Absichten vermitteln, das Fahrzeug reagiert darauf, indem es (je nach Geste und Geschwindigkeit des Fahrzeugs) die Farbe der Silhouette auf Rot oder Grün verändert und einen anderen Signalton von sich gibt, der zum Ausdruck bringt, dass die Intention des Fußgängers oder der Fußgängerin erkannt und akzeptiert wurde. Blink lernt derzeit, mithilfe eines überwachten maschinellen Lernverfahrens menschliche Gesten zu erkennen und darauf zu reagieren. Ein Trainingsdatensatz bringt dem System die Bedeutung menschlicher Gesten bei. Es ermöglicht das Erlernen von Hunderten kulturspezifischen Gesten, die die Komplexität der Straßensituation an unterschiedlichen Örtlichkeiten spiegeln. Durch die Entwicklung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Menschen und autonomen Fahrzeugen und einer neuen Sprache, welche die Präsenz und Intention von FußgängerInnen kommuniziert und akzeptiert, kann Blink einen von Empathie getragenen Einsatz autonomer Technologie fördern und ein sichereres und angenehmeres urbanes Umfeld für alle Verkehrsteilnehmer schaffen.

Credits

Die Idee zu Blink wurde von einem interdisziplinären Team entwickelt, das aus vier StudentInnen des MA/MSc-Programms Innovation Design Engineering am Royal College of Art und am Imperial College London besteht: Adam Bernstein (US) verfügt über eine Ausbildung in Elektrotechnik und Erfahrung in der Infrastrukturentwicklung für elektrische Fahrzeuge. Raunaq Bose (UK) ist Maschinenbauingenieur und verfügt über Erfahrung darin, Produkte aus der konzeptionellen Phase zur Marktreife zu bringen. Leslie Nooteboom (NL) absolvierte eine Ausbildung in technischem Industriedesign und verfügt über Erfahrung in den Bereichen Robotik und Entwicklung eines solargetriebenen Rennwagens. Maya Pindeus (AT) studierte Architektur und beschäftigt sich insbesondere mit dem Bereich Mensch-Maschine-Interaktion.

Jury Statement

Autonome Fahrzeuge, Drohnen und andere bewegliche Dinge werden im kommenden Jahrzehnt zunehmend den öffentlichen Raum erobern. Derzeit wird die Öffentlichkeit vor allem über die technischen Fortschritte dieser Entwicklungen informiert, wie sie in unsere (menschliche) Zusammenarbeit mit anderen integriert werden sollen, wird jedoch selten thematisiert. Mit Blink stellen vier StudentInnen ein Kommunikationsgerät vor, das die Entwicklung einer Sprache für autonome Fahrzeuge vorantreibt. Das System kommuniziert die Intention des Fahrzeugs, während es FußgängerInnen gleichzeitig ermöglicht, Einfluss auf dessen Entscheidungen zu nehmen. Es war der Jury ein Anliegen, diese neue Herangehensweise an intuitive Interaktion mit autonomen mobilen Maschinen zu fördern.